Beschreibung
Der erblich bedingte Haarausfall ist die häufigste Art des Haarausfalls beim Menschen. Betroffen von dieser Krankheit sind überwiegend Männer. Die weit verbreitete Ansicht, Grund für den erblich bedingten Haarausfall sei die enorme Produktion des Hormons Testosteron, ist mittlerweile jedoch überholt. Vielmehr wird erblich bedingter Haarausfall auf eine - von den Eltern vererbte - Empfindlichkeit der Wurzeln der Haare gegenüber diesem Hormon zurückgeführt. Die Krankheit beginnt meist mit der Bildung von sogenannten Geheimratsecken. Nach und nach lichtet sich die Stirn immer mehr, auch am Hinterkopf beginnt das Harr anschließend auszufallen.
Zwar produzieren auch Frauen das Hormon Testosteron, doch sie sind viel seltener als Männer von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Im Gegensatz zu den Symptomen des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern unterscheiden sich die Symptome bei Frauen enorm. Hier entstehen weder Geheimratsecken noch lichtes Haar am Hinterkopf. Vielmehr schwindet das Haar von Frauen bei erblich bedingtem Haarausfall entlang des Scheitels und wird dort sehr dünn.
Behandlung
Bei der Behandlung heißt es grundsätzlich so schnell handeln wie möglich. Einmal ausgefallene Haare wachsen in der Regel nicht mehr nach. Hier kann nur noch mittels einer Haartransplantation Abhilfe geschaffen werden. Eine Behandlung mit Medikamenten kann bei erblich bedingtem Haarausfall helfen, den Zustand zu aufrechtzuerhalten und den weiteren Haarausfall zu verhindern. Werden die Medikamente jedoch abgesetzt, schreitet auch der erblich bedingte Haarausfall weiter fort. Aus gesundheitlichen Gründen wird zunächst der Einsatz von Haartinkturen direkt auf die Kopfhaut empfohlen. Diese zeigen bereits nach drei bis sechs Monaten der Anwendung erste Ergebnisse. Das Haar verdichtet sich meist wieder. Ist kein Erfolg zu erkennen, wird oft auf stärkere, aber auch gesundheitsschädlichere, Tableten umgestiegen.
Für Männer werden die Haartinkturen 17-Alpha-Estradiol und Minoxidil empfohlen. Erstere wirkt durch Östrogen, welches die Umwandlung des Hormons Testosteron in Dihydrotestosteron verhindert. Die Anwendung erfolgt einmal pro Tag.
Als Tablettenform wird für Männer das Produkt Finasterid, welches ebenso durch die Zugabe von Östrogen wirkt. Allerdingt birgt dieses Medikament höhere Risiken, da sich Spuren des Produkts auch in der Spermaflüssigkeit des Mannes wiederfinden, wodurch das Risiko von Kindern mit Behinderungen während einer Schwangerschaft steigt.
Frauen nehmen bei erblich bedingtem Haarausfall Produkte, die eine Mischung aus Östrogen und Gestagenen enthalten. Nach den Wechseljahren stellen sie die Produkte um auf Chlormadinon, Dienogest und Cyproteron. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sollte die Verabreichung von medikamenten unverzüglich erfolgen, um weitere Haarausfälle so gering wie möglich zu halten.
Vorsorge
Vorsorge ist bei erblich bedingtem Haarausfall leider nicht möglich.
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