Der Mensch wird mit etwa 100.000 Haaren auf dem Kopf geboren und verliert davon normalerweise täglich ca. 100 Haare. Bei Haarausfall - Alopezie genannt - wird der Haarwuchs-Zyklus verkürzt und die Follikel produzieren kürzere und feinere Haare.

Schwerer Haarausfall bei Frauen hat unterschiedliche Ursachen. Medikamente können ein Grund sein, ebenso wie eine Unterfunktion der Schilddrüse. Diese Art von Haarausfall gehört zu den Nebenwirkungen der Medikamente und verschwindet nach dem Absetzen wieder. Doch auch emotionale Probleme wie der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen, können Haarausfall bei Frauen auslösen. Es gibt jedoch auch die erbliche Form des kreisrunden Haarausfalls, der sich zuerst nur durch vereinzelte Stellen bemerkbar macht und sich im Laufe der Zeit immer weiter ausbreitet. Diese Form ist bisher kaum heilbar und beginnt schon oft in der Kindheit, während Haarausfall aufgrund einschneidender Erlebnisse wieder nachlassen kann.

Bei Frauen wie bei Männern ist die wahrscheinlichste Ursache für Haarausfall die androgenetischen Alopezie - eine vererbte Sensibilität für die Wirkung männlicher Hormone auf die Haarfollikel. Bleibt dieser Haarausfall - der in der Regel bis zum 20. Lebensjahr zum ersten Mal auftritt - unbehandelt, so setzt er sich weiter fort.

Trichotillomanie ist der Zwang sich die Haare auszureißen. Diese Form tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern, sie kann mit einer Therapie aber wirksam behandelt werden. Die Alopecia areata ist, so vermutet die Medizin, eine Autoimmun-Erkrankung. Eine andere Form ist die Dreieckige Alopezie, die im frühen Kindesalter auftritt. Sie kann nur medizinisch behandelt werden und führt zu einem lückenhaften Haarausfall.

In jedem Fall sollte die Frau sich nicht schämen, sondern so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen. Mit einer Diagnose kann die Behandlung dann gezielt einsetzen und die Lebensqualität wieder verbessern. Die wichtigste Behandlung für Frauen ist die Einnahme des Medikaments Minoxidil, weil das Medikament Finasterid für sie nur wenig wirksam ist und zudem Geburtsfehler verursachen kann. Viele Frauen fühlen sich aufgrund des Haarverlustes weniger weiblich und attraktiv. Für sie ist es wichtig sich mit Betroffenen auszutauschen, damit sie merken, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind. Es gibt allein in Amerika etwa 30 Millionen Frauen die von Haarausfall betroffen sind. Sie haben sich zusammengeschlossen und tauschen sich untereinander mit Styling-Tipps und Beratung aus.